Polymorphismen von Hitzeschockprotein-Rezeptoren und Liganden
aktivierender NK-Rezeptoren
Zelluläre und Molekulare
Immunologie
In der Therapie maligner Tumoren spielen immuntherapeutische
Ansätze eine wichtige Rolle. Dies zeigt sich im klinischen
Einsatz monoklonaler Antikörper und allogener
Stammzelltransplantationen, aber auch in präventiven oder
therapeutischen Vakzinierungen, die gegenwärtig eingeführt oder
in klinischen Studien evaluiert werden. Es gibt Hinweise, dass
Wirksamkeit und unerwünschte Wirkungen immuntherapeutischer
Verfahren ebenso durch genetische Polymorphismen beeinflusst
werden können wie Wirksamkeit und unerwünschte Wirkungen von
Pharmakotherapien. Daher soll die Bedeutung von genetischen
Polymorphismen für Immuntherapien maligner Tumoren am Beispiel
einer experimentellen Immuntherapie mittels Hitzeschockproteinen
untersucht werden. Hitzeschockproteine (HSP) können angeborene
und adaptive Immunreaktionen stimulieren. Durch HSP70 können
sowohl antigenspezifische zytotoxische T Lymphozyten (CTL) als
auch antigenunabhängige natürliche Killer (NK)-Zellen aktiviert
werden. In diesem Projekt soll die Bedeutung von Polymorphismen
in Hitzeschockprotein-Rezeptoren und NK-Rezeptor-Liganden für
HSP70-basierte Immuntherapien evaluiert werden.
Die therapeutische Vakzinierung von Tumorpatienten mit
Hitzeschockprotein-Peptid-Komplexen, die individualisiert aus
dem Tumor des jeweiligen Patienten isoliert werden, befindet
sich derzeit in der klinischen Erprobung. HSP70 bindet als
molekulares Chaperon in Tumorzellen auch Peptide, die aus
Tumorantigenen abgeleitet sind. HSP70/Peptid-Komplexe
repräsentieren also wesentliche Teile des antigenen Repertoires
einer Tumorzelle. Die Komplexe werden über
Hitzeschockprotein-Rezeptoren in professionelle
antigenpräsentierende Zellen eingeschleust. Die antigenen
Peptide gelangen dort in den MHC-Klasse-I-Präsentationsweg, so
dass tumorspezifische CTL aktiviert werden können. HSP70 kann
auch antigenunabhängig NK-Zellen und andere Zellen des
angeborenen Immunsystems stimulieren. Wenn es an der Oberfläche
von Tumorzellen exprimiert wird, kann es zusätzlich als
Zielstruktur der aktivierten NK-Zellen wirken. Der adoptive
Transfer HSP70-aktivierter NK-Zellen hat sich im Tiermodell als
effektiv erwiesen und wurde bereits in einer klinischen
Phase-I-Studie erfolgreich getestet.
Eine Variabilität der Reaktion des Immunsystems auf
Hitzeschockproteine könnte aufgrund der Zahl der
Hitzeschockprotein-Rezeptoren auf Zellen des natürlichen
Immunsystems, der Rezeptorbindungsstärke, zellspezifischer
Unterschiede der Rezeptorverteilung, Rezeptorinternalisierung
und Rezeptorinduzierbarkeit oder der Auslösung nachfolgender
Signalwege auftreten. Wir haben Polymorphismen gefunden, die die
Expression von CD91 und die Bindung von HSP70 an LOX-1
beeinflussen. Die Bedeutung dieser Polymorphismen für die
immunologische Tumortherapie soll weiter aufgeklärt werden.
Wir konnten zeigen, dass HSP70-stimulierte NK-Zellen auch solche
Tumoren lysieren, die Liganden des aktivierenden NK-Rezeptors
NKG2D aber kein HSP70 an der Zelloberfläche exprimieren. Zu den
relevanten Liganden gehören MICA und MICB. Dies sind zwei
MHC-Klasse-I-ähnliche Gene, deren Expression durch bestimmte
Formen zellulären Stresses induziert wird. Polymorphe Varianten
der MIC-Moleküle unterscheiden sich in vitro in der Affinität
zum Rezeptor NKG2D. Es soll untersucht werden, ob die Lyse von
Tumorzelllinien durch HSP70-stimulierte NK-Zellen in der
Zellkultur und im SCID/beige-Mausmodell von der Präsenz
bestimmter Varianten der MICA- und MICB-Gene abhängt, die
Liganden des NK-Rezeptors NKG2D kodieren.
(39994)
Weiterführende Literatur
|
|