Murine Tumor-Tiermodelle
Humangenetik
Doxorubizin ist ein effizientes Chemotherapeutikum das häufig
bei Krebstherapien eingesetzt wird. Nichtsdestotrotz ist die
anti-tumorale Antwort auf Doxorubizin individuell sehr variable.
Die Identifizierung derjenigen Faktoren, die das Ansprechen auf
Doxorubizin beeinflussen, könnte zur Verbesserung von
Krebstherapien beitragen.
Unsere vorläufigen Daten zeigen, dass das Ansprechen auf eine
Krebstherapie mit Doxorubizin vom genetischen „Make-up“ des
Individuums abhängt. Dies wird deutlich, wenn man das Ansprechen
auf Doxorubizin zwischen zwei genetisch unterschiedlichen
Mausstämmen vergleicht, welche Tumoren tragen, die durch ein und
dieselbe Mutation hervorgerufen wurden. Die Tumorantwort
variiert jedoch auch innerhalb eines spezifischen genetischen
Hintergrunds. Dies bedeutet, dass zusätzlich tumor-spezifische
Faktoren beim Ansprechen eines Tumors auf Doxorubizin eine Rolle
spielen müssen. Um diese „Wirts- „ bzw „Tumor-„ spezifischen
Gene zu identifizieren, werden wir Genexpressionsanalysen mit
Hilfe von Mikroarrays durchführen und die Genexpression der
Tumoren untereinander vergleichen. Diejenigen Gene, die
differentiell in den Tumoren exprimiert werden, könnten eine
wichtige Rolle bei der individuellen Antwort gegenüber
Doxorubizn spielen. Die Bedeutung dieser Gene beim Ansprechen
auf Doxorubizin wird zunächst durch Modulation ihrer Expression
(zB durch Überexpression, Knock-down oder pharmakologische
Modulation) in der Fibrosarkomzelllinie HT1080 überprüft. Dann
wird man die Bedeutung in geeigneten murinen Tumormodellen
analysieren.
In parallel werden wir versuchen, Tumoren gegenüber Doxorubizin
zu sensitivieren. Hierzu wollen wir die Expression von
verschiedenen Kandidatengenen im Tumor modulieren. Ein
geeignetes Kandidatengen ist TOP2A, da dieses Protein und sein
Expressionslevel bei der Doxorubizin-vermittelten Apoptose eine
zentrale Rolle spielt. Wir wollen daher nach Medikamenten
suchen, die das Expressionslevel von TOP2A, und damit auch die
Antwort auf Doxorubizin im Tumor steigern. Hierzu werden wir
ebenfalls HT1080 Zellen benutzen. Falls wir tatsächlich
entsprechende Medikamente identifizieren, wollen wir ihren
Effekt im Patched Mausmodell für Rhabdomyosarkome überprüfen.
Tumortragende Mäuse werden dann mit dem TOP2A „Inducer“ und mit
Doxorubizin behandelt. Dann werden das Tumorvolumen, das TOP2A
Expressionslevel, und die Apoptose bestimmt.
Andere Kandidatengene, die neben TOP2A in die Antwort eines
Tumors auf Doxorubizin involviert sein könnten, sind Doxorubicin
Transporter. Die Expressionsmodulation dieser Gene und die
Auswirkung auf das Ansprechen des Tumors auf Doxorubizin wird
wie oben beschrieben überprüft (nämlich durch Überexpression,
Knock-down oder pharmakologische Modulation).
Weiterführende Literatur
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